Beleuchtungstechnik

Welche Wechselstrom-Geräte können durch Gleichstrom-Geräte ersetzt werden? Gibt es alternative Geräte, die komplett ohne Strom funktionieren?
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Helgoland
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Beleuchtungstechnik

Beitrag von Helgoland » 22. Sep 2019 19:07

Nachdem sich mehr und mehr die LED's als Leuchtmittel durchsetzen und diese intern mit kleinen Gleichspannungen arbeiten bietet es sich an, im Haus für die Beleuchtung ein 12V Gleichspannungsnetz zu installieren. Damit können 12V LEDs und auch 12V Halogenlampen direkt betrieben werden. Dadurch verringern sich sowohl die Stärke der elektrischen Felder als auch die Funkbelastung durch Schaltnetzteile (die üblicherweise bei jedem dieser Leuchtmittel benötigt werden).
Ich werde die nächsten Wochen an einem Konzept für mein Häuschen basteln hier darüber berichten.
Vielleicht hat schon jemand Erfahrungen dazu gesammelt, ich freue mich über Beiträge :)
Stuttgi
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Re: Beleuchtungstechnik

Beitrag von Stuttgi » 28. Sep 2019 15:35

Guter Gedanke. Die einfachste Variante davon wäre eine Stirnlampe zu benutzen. Nachteil ist man hat das E-Magnetfeld direkt am Kopf, oder Hals auch wenn es schwächer und gleichförmig ist.

Für eine Verkabelung im Haus muss der Kabelquerschnitt beachtet werden. Da es sich ja um niedrige Gleichspannung von 12V und nicht um Wechselspannung von 230V handelt, wird der Leiter-/Kabelquerschnitt größer ausfallen als man vielleicht denkt.
Will man z.B. 10 Leds mit je 3 Watt (12V * 0,5Ampere) * 10Leds betreiben, fließen 2,5Ampere.
Zum Vergleich bei 10 "normalen" Glühbirnen aus der Steckdose mit je 50Watt (230V * 0,21Ampere) * 10Glühbirnen, fließen 2,1Ampere. Wechselspannung braucht jedoch weniger Querschnitt als Gleichspannung, da hier der Strom nicht durchgehend fließt. (50Hz)
Die Stromleitungen im Haus sind deshalb, für niedrige Gleichspannung, nur bei sehr kleinen Strömen/Leistung nutzbar.

10m, 230V Wechselstrom, 2,1A, Leistung 0,5kw, cos 0,9, Spannungsabfall 3% = 0,05 mm2
https://www.zaehlerschrank24.de/berechnungen

https://electronicbase.net/de/leitungsq ... berechnen/
10m, Spannungsabfall: 8%, 2,5A, 12v, 0,9mm2

10m, Spannungsabfall: 8%, 1,75A, 24v, 0,31 mm²

Ich bin mir nicht ganz sicher was Spannungsabfall bedeutet. Aber als grobe Richtung geht die Rechnung.

Wegen dem Leiterquerschnitt sollte man überlegen vielleicht auf 24Volt (Lkw) statt 12Volt (Pkw). Eine Möglichkeit dafür ist z.B. ein Gleichrichter über die Steckdose zu betreiben. Was auch geht ist z.B. eine, oder zwei Autobatterien je 12V in Reihe zu schalten und diese z.B. über die Steckdose aufzuladen.
Helgoland
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Re: Beleuchtungstechnik

Beitrag von Helgoland » 3. Dez 2019 09:43

Hallo Stuttgi, die Berechnungsseite ist prima :-) danke für den Link.

Der von dir angesprochene Spannungsabfall ist die Spannung, die auf Grund des ohmschen Widerstandes an der Leitung verloren geht. Je höher der Spannungsabfall um so höher die Verlustleistung der Leitung. Für Kleinspannungen gibt es keine Begrenzung für den Spannungsabfall.

Kurzer Zwischenbericht zu meinem 12V Lichtinstallationsprojekt:
(Meine Referenzkonstellation: 15m Leitung, 1,5mm², 1Phasen Ringkerntrafo 500kvA mit 16V Leerlaufspannung.)

- Bestehende Elektroinstallationen sind nur bedingt verwendbar. 230V~ und 12VDC müssen in voneinander getrennten Leitungen geführt werden und auch in separaten Dosen (Abzweigdosen, Unterputzdosen, etc.) verklemmt werden. Die Verwendung des Verteilerkastens für beide Spannungen sollte kein Problem darstellen.
- Bei einer Neuinstallation empfehle ich Leitungen ohne Schutzleiter zu verwenden, das verringert die Verwechslungsgefahr mit 230V Leitungen
- Die Leitungsquerschnitte (Bei Hausinstallationen üblicherweise 1,5mm²) lassen Ströme bis ca. 20 A zu, darüber hinaus kommen keine 12V mehr am Verbraucher an. Damit können Verbraucher bis insgesamt 240W betrieben werden. Das reicht für LED's im ganzen Häuschen, aber nur für eine kleine Handvoll Halogenlampen.

Größtes Problem an der Sache:
Ich finde keine geeigneten Leuchtmittel für 12VDC!
GU5,3 ist der geläufigste Lampensockel, der auf 12V genormt ist. Alle LED-Lampen für 12V haben einen eingebauten DC/DC Wandler, der wiederum HF im Bereich von 500kHz erzeugt. Mal sind die Wandler besser, mal schlechter entstört.
Halogenlampen wären HF-frei, benötigen jedoch sehr viel Strom, den der Trafo und die Leitungen liefern müssen.
Bisher habe ich noch keine zufriedenstellende Lösung gefunden.
Stuttgi
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Re: Beleuchtungstechnik

Beitrag von Stuttgi » 4. Dez 2019 15:38

Hast du schon Led-Lichterketten für 12v ausprobiert? Ich glaube die haben kein Vorschaltgerät/Wandler o.ä. bin mir aber nicht sicher. Die sind günstig und gibt es auch mit analoger Funk- bzw. Infrarotfernbedienung, so dass man keinen Schalter installieren braucht.

https://www.amazon.de/Lichterkette-Lich ... 761&sr=8-5

Zur Not kann man auch die Leds nutzen die auch in batteriebetriebenen Ledlampen (Stirnlampen) verwendet werden. Daraus kann man sich dann was eigenes zusammen löten.

https://www.aliexpress.com/item/3272444 ... b201603_55

Ich persönlich würde die Gleichstromkabel nicht in der Wand verlegen, sonder die Led-beleuchtung mit großen Autobatterien 100Ah betreiben. Dadurch spart man Kabellänger ein. Die Batterie kann in einen Schrank gestellt und jede Woche einmal von der Steckdose aufladen werden. Ladestrom sind bis zu 10% der Kapazität. Ich würde aber eher weniger empfehlen, so 5A. Es kann manchmal beim Laden der Batterie in geringen Mengen CO (Kohlenstoffmonoxid) frei werden. Mein CO Warner wurde schon mal ausgelöst. Aus dem Grund empfiehlt sich so ein CO Warner in der Nähe der Batterie. Eine Ladung dauert bei 5A ca. 20 Stunden. Eine Batterie hat 100Ah*12V=1200Wh eine Led hat 10 Watt und entspricht einer Glühbirne mit 60 Watt. Damit 120 Stunden Leuchtdauer. Pro Abend/Nacht braucht man im Winter (18Uhr-23Uhr) ca. 5 Stunden. 1 Lampe hält also 24 Tage, 2 Lampen 12 Tage, 3 Lampen 8 Tage, 4 Lampen 6 Tage usw. Das kann schon ausreichen.
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