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Technische Lösungen ohne Hochfrequenz

Verfasst: 18. Dez 2019 13:03
von Patchouli13
Hallo,

welche strahlungsfreien, technischen Lösungen habt Ihr bisher für verschiedene Bereiche des Alltags finden können?

Ich mache mal den Anfang:

Bankgeschäfte: ich wurde zunehmend aus meinen Konten ausgesperrt oder sollte Extragebühren zahlen, beispielsweise für eine sonst nicht genutzte Karte, nur um via TAN-Generator weiterhin meine Kontobewegungen prüfen zu können. Manche Banken (und sonstige Dienste) bieten nicht einmal das an, so dass man ohne Mobiltelefon einfach nur "ausgesperrt" wird.

Meine Lösung: ein Tablet mit Android-Betriebssystem, das mittels USB-C zu LAN-Adapter am Kabel hängt. Damit kann man all die viel gepriesenen Anwendungen installieren, ohne die nichts mehr möglich scheint.
Alternative wäre die Emulation eines Android Betriebssystems auf dem PC gewesen, was aber, als ich es mal versuchte, für mich nicht funktioniert hat. Da nicht jedes Tablet diese Funktion unterstützt und auch nicht jeder Adapter, hier meine Konfiguration:
Samsung Galaxy Tab A, die 2019er Version, zusammen mit dem ganz schlichten Adapter von "Uni", diesem hier:
https://www.amazon.de/gp/product/B077KX ... UTF8&psc=1

Nachteil ist, dass manche Anwendungen nicht prüfen, ob sie Internet haben, sondern nur, ob das Tablet WLAN bekommt.
Zweiter Nachteil: ich kann bisher das Tablet nur laden, wenn es nicht im Internet ist. Dennoch kann ich wieder auf jedes meiner Konten, was ja schon irgendwie sinnvoll ist.
Wie im Folgenden beschrieben, funktioniert diese Lösung auch mit einem Mobiltelefon, sofern man ohnehin eines hat, das ausreichend neu und leistungsfähig ist.


Zusammenleben mit jemandem, der im Homeoffice arbeitet und beruflich auf sein Handy angewiesen ist:
Das sagt eigentlich alles. Zum Glück ist dieser Jemand bei mir sehr technikaffin - bei sich zuhause will er sogar die Heizungsthermostaten über WLAN ansteuern können :o
Seine Lösung für die Zeit bei mir:

Er holte sich bei einem Anbieter (hier: Placetel) eine virtuelle Festnetznummer und konfigurierte alles so, dass er bei ausgeschaltetem Handy per Weiterleitung seine Anrufe direkt auf dem Laptop erhält. Seine Mobilanwendungen laufen über den Kabeladapter, den ich für mein Tablet habe (siehe oben). Das alles hängt an meinem LAN-Netzwerk. Es sei sogar eine SMS-Funktion möglich?


Nutzbares Internet haben in einer sehr ländlichen Gegend, in der nur Telefonleitungen liegen:
Meine Zeit in Frankreich, in meiner "Oase" in der sehr ländlichen Corrèze - auch ich muss arbeiten und brauche dafür Internet. Bisher ein Dilemma, das erst dieses Jahr zu einer guten Lösung fand. Sie funktioniert über das schwach vorhandene G3-Handynetz, ganz ohne wäre es nicht gegangen. Offiziell ist es aber eine "zone blanche", eine nicht abgedeckte Zone, so dass es immer mal Abbrüche gibt. Für mich ist das Internet so ausreichend, denn ich muss nur Emails schreiben und Seiten aufrufen können - ich muss nicht komplett online arbeiten.

Zur Lösung: auf dem Dach des kleinen Hauses wurde, nach unten geschirmt, eine MIMO-Antenne installiert:
https://www.amazon.de/gp/product/B071V8 ... UTF8&psc=1
Bild
mit Kabeldurchführung nach innen und daran ein Router angeschlossen, der mit Handykarte funktioniert. Er nutzt für die Internetverbindung das Datenvolumen, das Andere mit ihrem Handy nutzen. Das ist besonders im Ausland gangbar, da dort ganz andere Tarife gelten. In Deutschland zahlt man derzeit für 3GB Datenvolumen 10 Euro, in Frankreich dagegen bekam ich für diesen Betrag 100GB (beides monatlich kündbar).
Ich musste natürlich herausfinden, welche Netzabdeckung bei annäherndem Funkloch noch die beste war und den Anbieter entsprechend wählen.
Der erste Router war ein TP-Link TL-MR 6400, der dank abnehmbarer Antennen an die MIMO-Antenne angeschlossen werden konnte. Er konnte sogar SMS empfangen udn auch versenden.
https://www.voelkner.de/products/881658 ... fs__mr6400
Allerdings wurde bei der Herstellung gespart, so dass im Menü das WLAN zwar ausgeschaltet werden kann, die im Gerät verbaute Sendeantenne aber auf demselben Bauteil sitzt wie die ausgehenden Antennenanschlüsse und die ganze Zeit Strom bekommt. Im Ergebnis sendete er bei Benutzung die ganze Zeit und trotz Schirmung war der betreffende Raum unbenutzbar, wenn ich im Internet war. Allein war das ok, aber zu zweit musste folgendes Upgrade her:
https://www.wlan-discount24.de/TELTONIK ... VPN-DynDNS
Dieses Gerät ist eigentlich keines für Endanwender und hat keine WLAN-Antenne, die überhaupt strahlen könnte. Leider auch keine SMS-Funktion. Alternativ gab es noch ein kleineres Modell:
https://www.wlan-discount24.de/TELTONIK ... ernet-Port
aber dieses hat nur einen Antennenanschluss, was bei Gebieten mit schwacher Netzabdeckung die Funktion gemindert hätte, da nicht mehr MIMO-fähig.

In dieser Konstallation musste nur noch die Induktion der MIMO-Antenne über die Kabel geschirmt werden, was aber eine andere Größenordnung ist als bei einem aktiv strahlenden Gerät und daher mit aufgespanntem und geerdetem HNG100-Vlies gut zu realisieren war. Meine Versuche, mittels Verlängerung der Antennenkabel einen besseren Standort für den Router zu finden, habe ich übrigens eingestellt, weil jede Verlängerung einen Verlust von Signalstärke mit sich brachte. Ist am Ende natürlich Abwägungssache. Die Qualität der Kabel spielt hier jedenfalls eine Rolle, wer also verlängern möchte, sollte nicht das billigste kaufen.


Soweit ein paar meiner bisherigen Lösungen. Andere werde ich bei Gelegenheit posten und lade Euch ein, dasselbe zu tun. :)

Re: Technische Lösungen ohne Hochfrequenz

Verfasst: 19. Dez 2019 20:13
von Stuttgi
Hi ich hab mal ein paar Kommentare zu deinem Beitrag geschrieben.
Vielleicht helfen sie Irgendwem weiter.
Patchouli13 hat geschrieben:
18. Dez 2019 13:03
Nachteil ist, dass manche Anwendungen nicht prüfen, ob sie Internet haben, sondern nur, ob das Tablet WLAN bekommt.
Zweiter Nachteil: ich kann bisher das Tablet nur laden, wenn es nicht im Internet ist. Dennoch kann ich wieder auf jedes meiner Konten, was ja schon irgendwie sinnvoll ist.
Wie im Folgenden beschrieben, funktioniert diese Lösung auch mit einem Mobiltelefon, sofern man ohnehin eines hat, das ausreichend neu und leistungsfähig ist.
Es gibt bestimmt WLAN-Simulations Apps, die das Internet über USB an den WLAN-Empfänger weiterleiten.

Die meisten Handyhersteller unterstützen ab Androidversion 6.0.1 (nicht 6.0) Ethernet per USB. Dazu zählt z.B. Huawei.
Wärend das Handy Internet über Ethernet bekommt, kann es nicht über den Usb-anschluss geladen werden. Durch die OTG-Schnittstelle wird das Handy zur Stromquelle für den angeschlossenen Adapter. Öffnet man das Handy und hat Zugriff zum Akku, kann man an die Kontakte einen entsprechende Spannung anlegen und es dennoch laden, oder den Akku durch eine andere entsprechende Stromquelle ersetzten.
Patchouli13 hat geschrieben:
18. Dez 2019 13:03
Meine Versuche, mittels Verlängerung der Antennenkabel einen besseren Standort für den Router zu finden, habe ich übrigens eingestellt, weil jede Verlängerung einen Verlust von Signalstärke mit sich brachte. Ist am Ende natürlich Abwägungssache. Die Qualität der Kabel spielt hier jedenfalls eine Rolle, wer also verlängern möchte, sollte nicht das billigste kaufen.
LTE-Router außerhalb des Hauses:
Das Kabel von der Antenne zum LTE-Router kann nur schwer verlängert werden. Das Ethernetkabel kann, aber beliebig lang sein. Du kannst den Router in einer wasserdichten Kiste in der Nähe der Antenne betreiben und das Ethernetkabel über eine bliebige Strecke ins Haus führen. Dein Router bietet einen Anschluss für die Stromversorgung über 12V an. Daher kann z.B. eine Autobatterie verwendet werden, oder man nimmt einen Wechselrichter aus dem Campingbedarf. So kann der Router mit einer Batterie, oder Powerbank betrieben werden. Da der Router wenig Energie benötigt, kann der Akku ggfs. über Solar nachgeladen werden. Ansonst muss der Akku ausgetauscht bzw. eine Stromleitung gezogen werden. Um den Leiterquerschnitt klein zu halten, ist Wechselstrom die bessere Wahl, ansonsten Gleichstrom. Statt einem LTE-Router kann auch ein normales Smartphone im Tethering-Modus verwendet werden.

Patchouli13 hat geschrieben:
18. Dez 2019 13:03
Er holte sich bei einem Anbieter (hier: Placetel) eine virtuelle Festnetznummer und konfigurierte alles so, dass er bei ausgeschaltetem Handy per Weiterleitung seine Anrufe direkt auf dem Laptop erhält. Seine Mobilanwendungen laufen über den Kabeladapter, den ich für mein Tablet habe (siehe oben). Das alles hängt an meinem LAN-Netzwerk. Es sei sogar eine SMS-Funktion möglich?
Alternative zur virtuellen Telefonnummer:
Das Handy kann ebenfalls außerhalb des Hauses sein und mittels einem USB-Kabel an das Hausnetzwerk bzw. Internet angeschlossen werden. Ist es im Netzwerk, so wird es über Apps wie "Airdroid" ferngesteuert und Anrufe auf den Computer umleitet.

Re: Technische Lösungen ohne Hochfrequenz

Verfasst: 20. Dez 2019 23:14
von Patchouli13
Danke Dir Stuttgi, für Deine Ergänzungen!

Das mit den WIFI-Simulations-Apps finde ich spannend als Idee, habe aber versucht eine zu finden und unter den Suchbegriffen, die mir einfielen, nur tausendfach Probleme von Leuten gefunden, die WLAN haben, deren Anwendungen aber melden, dass sie keine Verbindung bekommen. Wenn jemand sowas mal findet, würde ich mich sehr über Info freuen. Vom Tablet aus skypen zu können oder problemlos Kindle-Bücher zu laden, wäre eine schöne Bereicherung.